
Bibelfreunde: "Berufung!? Wie eine 2000 Jahre alte Nachricht Jugendliche bewegt"
Von Manuela Sehrt-Oppermann
Wenn Jesu Ruf den Alltag auf den Kopf stellt
Als wenn plötzlich Push-up-Nachrichten von unbekannt auf dem Smartphone auftauchen würden – so direkt und unvermittelt wirkten wohl die Worte Jesu, als er damals am See von Genezareth seine ersten Jünger berief (Mk 1, 16–20).
Wie diese Botschaft heute ankommt, zeigte sich am vergangenen Donnerstag. Eine Gruppe von Jugendlichen – bestehend aus den „Bibelfreunden“ und einigen Firmlingen – traf sich, um genau diese Bibelstelle unter die Lupe zu nehmen. Die Reaktionen auf Jesu radikalen Ruf waren völlig unterschiedlich und reichten von „mutig“ bis hin zu eher „verhalten“. Um die Szenerie greifbarer zu machen, wurde ein echtes Fischernetz in die Runde geworfen. Beim genauen Hinhören und beim Anblick des Netzes wurde den Jugendlichen schnell klar, worum es hier eigentlich geht.
„Da sind ja noch Fische drin!“
Dieser spontane Ausruf traf den Kern der Sache. Damals wie heute bedeutete der plötzliche Aufbruch der Jünger einen Schock für deren Familien. Einfach alles stehen und liegen zu lassen, stellte die gesamte Existenz infrage: Die Altersvorsorge brach weg, die Versorgung der Angehörigen war ungewiss, und Eltern verloren von jetzt auf gleich ihre Söhne. Und ganz pragmatisch gefragt: Wer räumt nun eigentlich das Netz auf? Das Fazit der ersten Diskussionsrunde war eindeutig: Jesu Ruf bringt viele Sorgen und Ängste mit sich.
Hier wird nichts beschönigt. Es geht eben nicht um ein nettes, unverbindliches „Ich folge Jesus mal ein bisschen nach“. Es geht um ein Leben, das plötzlich ganz anders verläuft. Ein Leben ohne Sicherheiten – aber ohne was eigentlich genau? In den Köpfen der Jugendlichen formte sich schnell die Erkenntnis, dass echter Glaube Konsequenzen hat.
Der Preis der Nachfolge – und was wir gewinnen
Es wurde deutlich: Ohne dieses radikale Aufbrechen der ersten Jünger gäbe es das Christentum heute gar nicht. Wer sich in die Nachfolge Christi begibt, zahlt einen hohen Preis. Wer sich berufen fühlt, im Dienst der Kirche aktiv zu sein, schlägt oft andere Wege ein als der Mainstream. Das bedeutet konkret:
Weniger Zeit für Familie oder Partner,
Weniger Zeit am Handy, für Hobbys oder vor dem Fernseher.
Diese Liste ließe sich endlos verlängern, und jedem in der Runde fiel sofort etwas ein, worauf er oder sie verzichten müsste.
Und dennoch stand am Ende des Treffens ein ganz praktischer Vorsatz. Nachfolge bedeutet Bewegung: „Ich mache mich auf den Weg, um mich mit den Jugendlichen zu treffen – statt gemütlich im Sessel zu sitzen. Ich gehe zu den Bibelfreunden, statt nur mit meinen Freunden zu chatten.“
Es kostet Kraft – und gibt noch mehr zurück
Das Resümee des Abends? Christ zu sein, sich berufen zu fühlen und es auch zu leben, kostet Kraft. ABER: Es gibt den Jugendlichen auch unendlich viel Kraft und Sinn zurück. Oft reicht schon ein kleines, ehrliches „Danke“ oder ein Lachen, um zu spüren: Ich bin hier genau richtig und fühle mich wohl.
Das Fazit der Jugendlichen war durchweg positiv: Die Message des Abends hat gutgetan und viel Freude gemacht. Mit diesem spürbar guten Gefühl im Gepäck ging es schließlich auf den Rückweg. Passend zu dem Impuls, der als Zitat auf einer Karte in den Händen der Teilnehmer lag: „Ich packe an… Jesus, zeig mir, wo ich für andere da sein kann.“
Bibelfreunde ...
Ein Angebot für junge Menschen!
Die Bibelfreund:innen treffen sich zum Austausch über biblische Texte - ganz einfach: lesen, austauschen, nachfragen, diskutieren, Meinung bilden, voneinander hören, voneinander lernen, miteinander Glauben stärken - neugierig, offen, kreativ, kontrovers, gemeinsam - einfach mal reinschauen, herzlich willkommen!
Diesmal steht das Thema "Berufung!?" im Mittelpunkt.
Ort: St. Marien, Querum, Köterei 3, Jugendraum